Der stumme Diener
Schauspiel

von Harold Pinter

Stückinfo

«Du machst mich fertig. Man würde glauben, du musst jeden Tag arbeiten. Wie oft müssen wir schon ran? Einmal in der Woche? Worüber klagst du?»

Ein Zimmer im Kellergeschoss. Ben sitzt auf dem Bett links und liest eine Zeitung. Gus sitzt auf dem Bett rechts und schnürt sich umständlich die Schuhe zu. Beide sind mit Hemd, Hose und Hosenträgern bekleidet. Es ist Freitagabend, die beiden befinden sich in Birmingham und warten. Sie wollen sich einen Tee kochen, aber es gibt kein Gas in der Küche nebenan. Sie warten auf einen neuen Auftrag von Wilson. Hinter einem Holzverschlag bewegt sich wie von Geisterhand etwas: ein Küchenaufzug, ein stummer Diener, der Botschaften aus dem Irgendwo transportiert. Zettel mit Bestellungen für Speisen und Getränke. Ben und Gus schicken ihre spärlichen Proviantvorräte nach oben. Die Bestellungen werden immer umfangreicher. Schliesslich entdeckt Ben ein Sprechrohr, aus dem Botschaften nach unten dringen. Die Milch sei sauer und die Schokolade geschmolzen.
Dann üben beide die übliche Methode ihrer Arbeit. Wenn «der Kerl» zur rechten Tür herein kommt und stehenbleibt, ziehen sie ihren Revolver. Und wenn er sich umdreht, drücken sie ab.

Gus geht ein Glas Wasser trinken. Ben bekommt durch das Sprechrohr von Wilson die Nachricht, dass «der Kerl» gleicht eintrifft. Die rechte Tür öffnet sich, und Gus stolpert herein ...

Harold Pinter wurde 1930 im Londoner East End als Sohn eines jüdischen Schneiders geboren. Mit einem Stipendium studierte er an der Royal Academy of Dramatic Art, der prestigereichsten Schauspielschule Englands. Seine Theaterstücke, Drehbücher, Fernseh- und Hörspiele brachten Pinter im Laufe der 60er Jahre die Anerkennung als einer der führenden englischsprachigen Dramatiker. Pinter arbeitet auch als Regisseur mit grossem Erfolg, zuletzt bei der Uraufführung seines Stückes «Ashes to Ashes» in London, das am Theater Basel in der vorigen Spielzeit Peter Palitzsch unter dem Titel «Asche zu Asche» als deutschsprachige Erstaufführung inszenierte.
 

Premiere

2. Oktober 1997

Ergänzende Informationen zu dieser Produktion folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Besuchen Sie uns bald wieder und viel Spass beim Weiterstöbern.